Eine Veranstaltungshalle erster Klasse

| Musikmanagement Thomann

Leben & Wohlfühlen – 24 Stunden in Löbau/Zittau Herbst 2015

20:00 Uhr

Vor 43 Jahren, 1972, gründete Joseph Thomann die Thomann Künstler Management GmbH. Seitdem hat er unzählige Künstler vertreten und Tausende von Konzerten und anderen Veranstaltungen organisiert. Die SZ sprach mit ihm über seine Arbeit, die Beziehung zur Stadt Löbau und Zukunftspläne.

Herr Thomann, Sie haben 1972 Ihr Unternehmen aufgebaut. Wie kam es dazu?
Ich war ein großer Schlagerfan, habe keine ZDF-Hitparade verpasst. Mein Wunsch war es, einmal bei dieser Musiksendung als Manager eines Künstlers eingeblendet zu werden oder auf einer Autogrammkarte eines Sängers zu stehen. Das schien ein utopischer Wunsch zu sein, da ich ja aus Burgebrach, einem kleinen Dorf bei Bamberg, kam und meine Familie landwirtschaftlich geprägt war. Ich habe den Traum aber nicht so schnell begraben, sondern hartnäckig daran gearbeitet, ihn zu verwirklichen. Nachdem ich selber Musik mit meiner eigenen Band gemacht und mit 15 Jahren eine erste Veranstaltung mit einer guten Coverband organisiert hatte, war die Gründung des Künstler-Managements der logische nächste Schritt. Zuerst war ich in meinem Heimatort tätig, dann in der Region und später bundesweit. Heute vermittle ich auch Künstler nach Russland oder China.

Wie war der Start in der Unterhaltungsbranche?
Das Künstlermanagement hat sich relativ schnell entwickelt. Das lag auch daran, dass ich mutig und risikobereit bin. Nach einer ersten Tournee, die ich veranstaltet habe, konnte ich bald die „Flippers“ nach Nordbayern holen. In den ersten Jahren wurden noch viele Schlager in den Diskos gespielt, so dass ich bis zu 100 Gastspiele im Monat vermittelt habe. Heute gibt es kaum einen deutschen Sänger, mit dem ich nicht zusammengearbeitet habe. Schon vor der Wende habe ich Westkünstler ins DDR-Fernsehen gebracht und im Gegenzug auch Konzerte der Ostband „Karat“ im Westen veranstaltet. Sehr schnell nach der Wende bin ich nach Sachsen gekommen, habe beispielsweise in Hoyerswerda Veranstaltungen auf die Beine gestellt.

Zu Sachsen haben Sie ja eine besondere Beziehung?
Ja, in Sachsen habe ich bisher die meisten Konzerte veranstaltet. Es ist mein Lieblingsbundesland, auch weil hier immer mehr Leute zu den Veranstaltungen kommen als zum Beispiel in Thüringen. Nach dem Bau der Messehalle in Löbau habe ich Kontakt mit dem hiesigen Chef Joachim Birnbaum aufgenommen und es hat sofort gefunkt zwischen uns beiden. Die Chemie passt einfach. Joachim Birnbaum ist genauso verrückt wie ich. Während es anderen Betreibern meist nur darum geht, die Miete einzustreichen, ist er mit Herzblut bei der Sache und auch immer an neuen Ideen interessiert.

Man spürt, dass Sie Ihr Herz an Löbau verloren haben. Dieser Eindruck täuscht doch nicht?
Ja, die Löbauer Halle ist wunderbar. Sie kann locker mit anderen großen Hallen in Sachsen mithalten. Der Service in der Halle ist hervorragend, die Parkplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe, es macht einfach Spaß, in Löbau zu arbeiten. Dazu trägt auch das wunderbare Publikum bei. Bei der Tournee „Schlager des Jahres“ kamen zum Beispiel 2000 Zuschauer. Es war von den insgesamt 50 Konzerten das bestbesuchte. Auch mit anderen Künstlern erzielen wir hier immer wieder Besucherrekorde. Ich denke da zum Beispiel an Nik P., für den Löbau so eine Art Hochburg ist. Die Zahl der Besucher, die wir mit seinen Konzerten hier anlocken, hebt sich deutlich von der anderer Städte ab.

In 43 Jahren haben Sie doch so einges mit Künstlern erlebt, was für Sie bis heute unvergessen ist?
Gut erinnern kann ich mich an ein Konzert mit Peter Maffay, da war ich gerade 17 Jahre. Damals war es noch nicht so professionell und deshalb leider nicht ausverkauft, obwohl Maffay mit dem Lied „Du“ gerade einen Riesenhit gelandet hatte. Mit meinem Fahrrad, ich konnte ja noch nicht Auto fahren, musste ich Schecks holen, um ihm seine Gage bezahlen zu können. Manchmal sind es schon recht eigenartige Forderungen, welche Künstler stellen. Da wird zum Beispiel ein spezielles Mineralwasser gewünscht oder der Käse muss bestimmte Prozente haben oder im Aufenthaltsraum eine Tischtennisplatte stehen. Man muss diese Wünsche natürlich ernst nehmen, auch wenn sie einem komisch vorkommen.

Welche Konzerte und Veranstaltungen haben Sie für die nächsten Monate in Löbau geplant?
Im Februar wird das Musical „der kleine Prinz“ aufgeführt, außerdem sind „Phantom der Oper“ und „Schwanensee“ zu sehen. Für die jüngeren Zuschauer ist sicher die Band Glasperlenspiel interessant, für das reifere Publikum die Kastelruther Spatzen. Und es wird wieder eine 90er-Jahre-Party geben, welche Künstler diesmal mit dabei sind, steht noch nicht endgültig fest.

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